Arbeitskreise für Männer

Ein Schritt auf dem Weg

Arbeitskreise für Männer in Kitas sind ein besonderes Format im Sinne des Gendermainstreaming-Ansatzes. Sie begründen sich auf der noch überwiegend verbreiteten beruflichen Sonderrolle von Männern in Kitas. Sie sind jedoch ein Zwischenschritt auf dem Weg in die beruflichen Etablierung und Professionalisierung. Diese Arbeitskreise können von Kritikerinnen und Kritikern als Privileg interpretiert werden. Sie sind jedoch ein derzeit fachlich zu begründendes Instrument zur Herstellung von Geschlechtergerechtigkeit und zur praxisnahen Entwicklung von spezifischen Konzepten der pädagogischen Arbeit (zum Beispiel Umgang mit Generalverdacht).

Aktuelle Situation

Es gibt in Sachsen bereits einige wenige Arbeitskreise für Männer in Kitas und Horten sowie in weiteren pädagogischen Berufen. Diese Arbeitskreise sind nicht sehr bekannt und oftmals nur durch Mundpropaganda zu finden. Ihre Existenz beruht meist auf der Initiative einzelner Fachkräfte und basiert bisher kaum auf einer strukturierten Einbindung in den Träger oder die Einrichtung.

Themen- und Handlungsspektrum

Die inzwischen sehr umfangreichen und positiven Erfahrungen von Arbeitskreisen im Bundesgebiet lassen sich inhaltlich strukturieren und in drei typischen Themenfeldern beschreiben. Arbeitskreise für Männer in Kitas sind besonders geeignet zur Auseinandersetzung und Weiterentwicklung mit:

  • fachbezogenen Themen: Konzepte der geschlechterreflektierten Pädagogik
  • konzeptions- und teambezogenen Themen: Teamprozessgestaltung, Managing Diversity, Strukturentwicklung, Einrichtungskonzeption, Eltern, Generalverdacht
  • persönlichkeitsbezogenen Themen: Mann, Männlichkeit, Rollen, Erwartungen, persönliches Befinden

Dabei ist der persönlichkeitsbezogene Austausch von männlichen Fachkräften von besonderer Bedeutung. Wichtige Themen, die in diesem Zusammenhang genannt werden, sind:

  • besondere Herausforderungen (Rollenzuschreibungen, Rollenerwartungen, Generalverdacht) Konkrete Situationen im Arbeitsalltag/Team
  • Entwicklung einer „eigenen“ geschlechterreflektierten Professionalität (Erzieher als Frauenberuf, Mütterlichkeit, Väterlichkeit, Profession)
  • Auseinandersetzung mit dem „eigenen“ Ansprüchen an Fachlichkeit und Qualität im Kontext geltender Normen